Axel Hütte

Coco Palms, Hawaii
2001

Axel Hütte, Coco Palms, Hawaii

C-Print

157 × 237 cm

Rückseitig zweifach signiert, datiert, betitelt und "4/4" nummeriert

Auflage 4

Provenienz

Sammlung Cohan Leslie and Browne, New York; Privatsammlung Europa

Ausstellungen
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2018", Düsseldorf 2018
Literatur
  • Galerie Ludorff, "Perspektiven der Fotografie", Düsseldorf 2020, Nr. 17

Axel Hütte gehört der ersten Generation von Künstlern an, die unter dem renommierten Fotografenpaar Bernd und Hilla Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie studierten. Der Einfluss der Bechers lässt sich an der sachlich, kühlen Atmosphäre seiner Landschaftsund Architekturaufnahmen ablesen, für welche er an die entlegensten Orte der Welt reist und sich teils extremen Wetterbedingungen aussetzt, um ganz besondere Ansichten der Welt festzuhalten. Dennoch distanziert sich Hütte von einer bloßen Dokumentation des Gesehenen, indem er die mit einer Plattenkamera aufgenommenen Motive ohne Zuhilfenahme digitaler Mittel verfremdet. So auch in unserem Werk »Coco Palms, Hawaii« aus dem Jahr 2001, in dem sich in einer Wasseroberfläche spiegelnde Palmenstämme sowie die satte Bodenvegetation zu sehen sind, durch deren Zwischenräume das strahlende Blau des Himmels scheint. Durch die abstrahierende Wirkung der sich in Bewegung befindlichen Oberflächenstruktur des Gewässers wird das Motiv in vielfältige Farbnuancen facettiert und erhält somit eine malerische Dimension. Hütte reflektiert durch diesen Darstellungsmodus nicht nur die mimetischen Möglichkeiten der Fotografie, sondern gibt dem Betrachter auch Rätsel auf. Im Falle des hier durch den Titel zu erahnenden Inselidylls werden Sehnsüchte und Paradiesgedanken geweckt, die gleichsam die Frage in den Raum stellen, wie sich der Mensch in diesem zu verorten hat. Jedoch ist es die Abwesenheit des Menschen, die besonders ins Auge fällt. Lediglich durch eine in der oberen linken Bildhälfte versteckt liegende Behausung wird auf eine mögliche Belebtheit des Ortes angespielt. De facto handelt es sich bei dem Motiv um das ehemalige Coco Palms Resort, ein auf Kauai, der ältesten Insel Hawaiis gelegenes Feriendomizil, welches sich seit den 1960er Jahren besonders bei Prominenten großer Beliebtheit erfreute und Schauplatz unzähliger Filmproduktionen war. Seit der Zerstörung der Anlage durch den Hurrikan »Iniki« im Jahr 1992 erhielt der Ort allerdings nicht mehr seinen alten Glanz zurück. Über die emotionalen Konnotationen, die beim Betrachter hervorgerufen werden, hält sich der Fotograf selbst bedeckt: »Das hängt mit dem Blick des Betrachters zusammen, der der Romantiker ist.«1

1 Axel Hütte, »Der irritierende Maler unter den Fotografen«, 21. September 2017, Zeit Online

Über Axel Hütte

Axel Hütte zählt zu den Vertretern der Düsseldorfer Photoschule und studierte bei Bernd und Hilla Becher. Bekannt ist er vor allem für seine großformatigen Landschafts- und Architekturaufnahmen.

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