Bernd & Hilla Becher
Kühlturm, Zeche Waltrop, Ruhrgebiet, D
1967
Silbergelatineabzug auf Agfa Papier
40,5 × 30 cm
Rückseitig von beiden Künstlern signiert, datiert und betitelt
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Privatsammlung Nordrhein-Westfalen
- Galerie Ludorff, "FormenSprache. Bernd & Hilla Becher / Brigitte & Martin Matschinsky-Denninghoff", 4. Sep. - 24. Okt., Düsseldorf 2026
- Galerie Ludorff, "FormenSprache. Bernd & Hilla Becher / Brigitte & Martin Matschinsky-Denninghoff", Düsseldorf 2026, Nr. 2
- Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (Hg.), "Bernd und Hilla Becher. Typologien industrieller Bauten", Ausst.-Kat. Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf/Haus der Kunst, München/Museé national d'art moderne, Centre Georges Pompidou, Paris/Staatliche Museen zu Berlin, Hamburger Bahnhof, Berlin, München 2003, vgl. Nr. 20
Über Jahrzehnte beeinflussten Bernd und Hilla Becher als Pioniere der künstlerischen Fotografie die zeitgenössische Kunstszene.
Ihr Werk umfasst fotografische Serien von Wassertürmen, Gasbehältern, Hochöfen, Kühltürmen und anderen industriellen Strukturen. Diese wurden stets in einem neutralen, sachlichen Stil aufgenommen, oft bei diffuser Beleuchtung und unter Vermeidung dramatischer Effekte. Ihre Motive fand das Künstlerehepaar zwischen 1959 und 2007 insbesondere in Europa und den USA. Als Lehrende an der Düsseldorfer Kunstakademie prägten sie die »Düsseldorfer Photoschule«.
Bernd und Hilla Becher begriffen Industriebauten als kulturelle Artefakte. Durch ihre dokumentarische Fotografie verfolgten sie den Ansatz, jene dem Abriss geweihten Bauten in einer Art Inventur für die Nachwelt festzuhalten. Dabei legten sie großen Wert auf die formale Ästhetik der Strukturen und deren Klassifizierung. Deshalb arrangierten sie ihre Werke oft nach bestimmten Kriterien in Rasterform, um die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den einzelnen Strukturen zu verdeutlichen. Diese systematische Herangehensweise in sogenannten Typologien ist typisch für ihr Werk.
Nahezu bildfüllend dokumentiert die Fotografie den »Kühlturm Zeche Waltrop, Ruhrgebiet« vor neutralem Himmel. Seine Hülle wird von einer Linienstruktur überzogen, die dem Bild einen künstlerischen Aspekt verleiht und ihn wie eine Skulptur wirken lässt. Als Einzelwerke repräsentieren die Fotografien allgemein die Auseinandersetzung des Duos mit den Veränderungen durch die Industrialisierung. Schon früh begriffen die beiden, dass diese nicht nur technische Bauwerke beeinflusst, sondern auch deren Rolle als Teil einer kulturellen Landschaft. Retrospektiv gelang es Bernd und Hilla Becher, die Wechselwirkung zwischen Technik, Wirtschaft und Gesellschaft in einer Fotografie zu verdeutlichen. Denn was den Ansprüchen von gestern noch genügte, ist heute oft längst überholt.