Georg Meistermann

Blätter I
1988

Georg Meistermann, Blätter I

Öl auf Leinwand

40 × 50 cm

Rückseitig signiert mit dem Monogramm und "88" datiert

Werkverzeichnis Herold 1991 Nr. 765

Provenienz

Privatsammlung Hannover

Ausstellungen
  • Galerie Ludorff, "Nach der Natur", Düsseldorf 2017
  • Kunstmuseum Solingen/Kunstmuseum Bayreuth/Deutsches Glasmalerei-Museum Linnich, "Das Leben des Menschen ist eingehüllt in Farbe. Georg Meistermann zum hundertsten Geburtstag", Solingen/Bayreuth/Linnich 2011/2012
  • Galerie Nathan, "Georg Meistermann", Zürich 1988/1989
  • ASB Gallery, "Georg Meistermann", Barcelona 1989
  • Galerie Heimeshoff, "Georg Meistermann - Neue Arbeiten", Essen 1989
Literatur
  • Galerie Ludorff, "Nach der Natur", Düsseldorf 2017, S. 50
  • Kunstmuseum Solingen/Kunstmuseum Bayreuth/Deutsches Glasmalerei-Museum Linnich, "Das Leben des Menschen ist eingehüllt in Farbe. Georg Meistermann zum hundertsten Geburtstag", Ausst.-Kat., Berlin 2011, S. 119
  • Inge Herold, "Georg Meistermann – Monographie und Werkverzeichnis", Köln 1991, Nr. 765
  • Galerie Heimeshoff, »Georg Meistermann – Neue Arbeiten«, Essen 1989, Nr. 34
  • ASB Gallery, "Georg Meistermann", Ausst.-Kat., Barcelona 1989, Nr. 23
  • Galerie Nathan, "Georg Meistermann", Ausst.-Kat., Zürich 1988, S. 34

Nach seiner Emeritierung 1976 als Professor an der Kunstakademie in Karlsruhe richtet der Künstler Georg Meistermann sein Hauptaugenmerk wieder auf die Ölmalerei. Der Maler schafft eine große Vielfalt an Form- und Farbgebungen in seinem Spätwerk. Auch ist eine Verschmelzung der künstlerischen Mittel, Malerei, Zeichnung und Objektkunst zu spüren. Ab 1982 malt Meistermann viele Bilder in dieser Art, wie auch unser querformatiges Ölbild. Das Bild besticht durch seine zarte Farbgebung und die ausgewogene Komposition. Als Motiv wählt Meistermann das Pflanzenblatt, Symbol für Vitalität und Lebenskraft, das neben der Schwinge und dem Kreuz ein wichtiges Element in seinem späten Œuvre ist. In unserem Bild sind drei einzelne Blätterformen vereint, die sich im oberen Teil der Leinwand auf teilweise weißem Grund anordnen. Mit feinem, sensiblem Pinselstrich und in einem sanften Farbauftrag gehalten, schweben die Blattformen anmutig im Bild. Zart konturiert verteilen sich die Blätter auf der Leinwand. Das Bild teilt sich in diffusen, teils auch in kräftigen und bunten Kolorit schimmernden Farbfeldern auf, die lineare Verästelungen aufzeigen und dem Bild eine Struktur geben. Die tonigen Farbpartikel und das Funkeln der starken Töne geben dem Werk einen unvergleichlichen Charakter. „Die abstrakte Form steht jetzt nicht nur für die Kraft und Energie, die das Schweben bedingt, vielmehr ist dieser Schwebezustand auch in formaler Hinsicht auf die gesamte Bildgestaltung übergegangen.“1)

Meistermanns führende Bedeutung in der internationalen Kunstgeschichte und der Malerei nach 1945 macht ihn zu einem der richtungsweisenden Künstler Deutschlands. „Meistermann ist Maler, Zeichner und Graphiker von Jugend an. Nicht die Motivation des Anwendungsbereichs der Glasmalerei war sein Weg zur Kunst, sondern die Freiheit des Zeichnens und Malens“.2)

Anmerkungen.:

1) „Georg Meistermann Malerei“, Ausst.-Kat., Josef-Haubrich-Kunsthalle, Köln 1991, S. 109.

2) Hans van der Grinten, ebenda, S. 8.

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