Imi Knoebel

Ohne Titel
1998

Imi Knoebel, Ohne Titel
© VG Bild-Kunst, Bonn

Acryl auf Aluminium

131 × 133 × 9 cm

Rückseitig signiert und datiert

Provenienz

Rheinische Unternehmenssammlung

Ausstellungen
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2020", Düsseldorf 2020
Literatur
  • "Neuerwerbungen Frühjahr 2020", 2500, Galerie Ludorff, Düsseldorf, 2020

Das Œuvre des 1940 in der Nähe von Dresden geborenen Klaus Wolf Knoebel besticht durch seine beeindruckende Vielseitigkeit und den großen Abwechslungsreichtum: Knoebel schuf monochrome und mehrfarbige, abstrakt-geometrische und gestisch-expressive Gemälde, Bildobjekte, Fotoarbeiten, Druckgrafiken, Collagen, Zeichnungen und Lichtprojektionen sowie raumgreifende skulpturale Installationen.

Von 1962 an besuchte Knoebel zwei Jahre die Werkkunstschule in Darmstadt und beschäftigte sich in Anlehnung an den Bauhaus-Vorkurs bei Johannes Itten und László Moholy-Nagy mit konstruktiven und strukturalen Kompositionsübungen. Zu seinem Pseudonym Imi kam der Künstler durch Rainer Giese, den er an der Schule kennenlernte. Die Abkürzung riefen sich die beiden immer zum Abschied zu und so etablierten sich langfristig die Künstlernamen Imi Giese und Imi Knoebel. Mitte der 1960er Jahre wechselten sie gemeinsam an die Düsseldorfer Kunstakademie. Unter dem Einfluss von Josef Beuys‘ Theorien, die eine radikale Veränderung von Kunstbegriff und Gesellschaft befürworteten, setzte Knoebel sich mit der Loslösung der Kunst von jeglichen Inhalten und Funktionen auseinander.

Resultierend aus Knoebels spezieller Bauweise der Werke ist der Betrachter dazu angehalten, das Objekt zu umschreiten, um minimal Verschiebungen der Farbflächen und der damit einhergehenden Farbgewichte in der Gesamtkomposition erfahrbar zu machen. Knoebel stellt Beziehungen zwischen den Formen und Farben seiner Kompositionen her. Exemplarisch für diese Arbeitsweise steht unser museales Werk »Ohne Titel« von 1998. Der Künstler greift weder bei der Auswahl der Farben und ihrer Anordnung noch bei den Größenverhältnissen der Platten zueinander auf ein mathematisch-rationales Prinzip oder eine übergeordnete Farbtheorie zurück. Vielmehr konzipiert Knoebel seine Werke auf präzise Weise aus seiner subjektiven Intuition heraus. Statt ausgewogener Kontraste nutzt er verschiedene Spannungen in seinen Arbeiten, ausgelöst durch die von ihm fast anarchisch eingesetzten Phänomene der Tiefenwirkung und der optischen Wechselwirkungen von Helligkeit und Farbe. So sind es in unserem Werk neben Rot, Blau und Gelb vor allem das zarte Rosa und ein giftiges, helles Grüngelb, das Knoebel geschickt in Szene setzt.

Über Imi Knoebel

Imi Knoebel szeichnet sich durch seine abstrakt-minimalistische Formensprache aus. Beeinflusst durch das Schaffen unter anderem von Piet Mondrian bedient er sich in seinen Werken akribisch aufeinander abgestimmten Farbtönen, welche meist losgelöst von gängigen Farbprinzipien für sich selbst stehen.

Weitere Werke
Publikationen zum Werk
Ausstellungen zum Werk