Karin Kneffel
Ohne Titel (Hunde)
2006
Öl auf Leinwand
180 × 240 cm
Rückseitig signiert und "2006/5" datiert
Preis inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten. Region und Währung anpassen
Atelier der Künstlerin; Privatsammlung Rheinland (-2014); Galerie Ludorff, Düsseldorf (2014-2015); Privatsammlung Süddeutschland (2015-)
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2026", Düsseldorf 2026
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2026", Düsseldorf 2026, S. 86
Unser Gemälde »Ohne Titel (Hunde)« aus dem Jahr 2006 zeigt drei Hunde im Moment des Laufens, eingefroren in einer präzise kalkulierten Bewegung innerhalb eines sorgfältig komponierten Innenraums. Der reich ornamentierte Teppich und der monumental im Vordergrund platzierte, lederbezogene Hocker strukturieren den Bildraum und verweisen auf ein kultiviertes, nahezu bühnenhaftes Interieur. Die horizontale Verwischung des Hintergrunds evoziert fotografische Sehweisen und verstärkt den Eindruck von Geschwindigkeit, während Maßstab und Raumrelationen zugleich eine leise Irritation erzeugen. Die Tiere scheinen weniger zu laufen als vielmehr durch den Raum zu gleiten – gefangen zwischen Bewegung und Stillstand. Beide Werke verbindet das Moment der Verunsicherung, das sich weniger aus dem Dargestellten selbst als aus der Art der Inszenierung ergibt. Kneffel entzieht dem Betrachter eine klare räumliche und narrative Verortung. Weder die Bewegung der Hunde, noch die Ruhe des schlafenden Tieres lassen sich eindeutig deuten; sie erscheinen vielmehr als Zustände, die sich der vollständigen Aneignung entziehen. Die naturalistische, nahezu fotorealistische Malweise suggeriert zunächst Vertrautheit, führt jedoch gerade dadurch in die Irre. Der Blick bleibt an der Oberfläche haften und wird zugleich dazu gezwungen, diese immer wieder zu hinterfragen. So entstehen Bildräume, in denen Nähe und Distanz, Kontrolle und Unberechenbarkeit, Sein und Schein in ein fragiles Gleichgewicht gebracht werden. Kneffels Hunde sind weder reine Staffage, noch psychologisierte Porträts, sondern Träger einer stillen Irritation, die den Betrachter in ein spannungsvolles Verhältnis zum Bild setzt und ihn mit der grundsätzlichen Fragilität visueller Gewissheiten konfrontiert.




