Klaus Fußmann
Raps an der Ostsee bei Ohrfeldhaff
2005
Öl auf Leinwand
30 × 32 cm
Signiert mit dem Monogramm und "05" datiert sowie rückseitig nochmals signiert, "05" datiert und "G" bezeichnet
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Privatsammlung Niedersachsen
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2026", Düsseldorf 2026
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2026", Düsseldorf 2026, S. 40
Ob als expressives Aquarell, zart-duftiges Pastell oder in kraftvoll pastosem Öl auf Leinwand – Klaus Fußmanns Bilder überzeugen durch eine poetische, die Farben und die Malerei zelebrierende Darstellung der Welt durch die Augen des Künstlers. Klaus Fußmann sucht – abseits des Großstadttrubels Berlins, wo er den Winter verbringt – in seiner zweiten Heimat an der Ostsee die künstlerische Auseinandersetzung mit der Natur. Nach mehreren, vorangegangen Malaufenthalten in der Gegend, bezieht Klaus Fußmann 1978 sein Haus in Gelting an der Ostsee und noch im selben Jahr legen er und seine Frau Barbara einen Garten an, der in den folgenden Dekaden mit seiner prallen Blütenpracht immer wieder zum Motiv und scheinbar unversiegbaren Inspirationsquelle werden wird. In seinen Aquarellen beweist Fußmann sein meisterliches Können in dieser Technik, die keine Fehler verzeiht und nicht zu korrigieren ist. Er nutzt den vielschichtigen, transparenten Farbauftrag, um die feinen Nuancen der vom Licht durchschienenen Blüten einzufangen. Dennoch macht er in seinem Buch »Wahn der Malerei« im Kapitel »Gärten und Blumen« deutlich: »Überhaupt sind die Farben der Blumen mit nichts zu vergleichen. Keine Tinte ist so blau wie der Rittersporn und kein Feuer so rot wie die Geranie« und attestiert bescheiden, dass er sich in seinen Bildern mit einem »gerasterten Widerschein der Blumen begnügen« müsse, denn » […] jede gemalte Blume ist eine Abstraktion«1. Tayfun Belgin beschreibt die Blumenbilder treffend als »gemalte Poesie, ein Farbgedanke.«2 Auch wenn die Blumenbilder motivisch in der Natur verhaftet sind, vergegenwärtigt ihre abstrakte Formensprache, dass sie immer gleichsam Abbild des Motivs, des Materials und des Entstehungsaktes sind. Der Maler zeigt uns die Pflanzen zudem in voller Schönheit, verweist aber gleichzeitig auf ihr baldiges Vergehen. Diese Vergänglichkeit schwingt in vielen Werken des Künstlers mit und übt auf ihn eine immerwährende Faszination aus.
1 Klaus Fußmann, »Wahn der Malerei«, München 2005, S. 277.
2 Tayfun Belgin, »Von der Poesie der Farbe – Zur Bildästhetik von Klaus Fußmann«, in: »Zwischen Himmel, Erde und Wasser. Klaus Fußmann. Werke 1966-2013«, Ausst.-Kat. Osthaus Museum Hagen, 4. Mai – 28. Juli 2013, Göttingen 2013, S. 6-8, hier S. 8.




