Max Liebermann, Schlafender Dackel

Pastell auf Papier

20 × 29 cm

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Expertise

Wir danken Drs. Margreet Nouwen für die freundliche Bestätigung der Authentizität

Provenienz

Privatsammlung Deutschland (-1978); Karl&Faber, München (Auktion 26. Mai 1978, Los 1714, Kat. Taf. 85); Sammlung Curt Voss, Trier-Köln; Karl&Faber, München (Auktion 29. Nov.1985, Los 1021, Kat. Taf. 121); Privatsammlung Deutschland (1985-1987); Sotheby’s London (25. März 1987, Lot 434); Kunsthandel Brinkama, Hamburg (1993); Nachlass Gräfin Finck von Finckenstein-Brinkama (1993-2022)

Ausstellungen
  • Galerie Ludorff, Neuerwerbungen Frühjahr 2023, Düsseldorf 2023
Literatur
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2023", Düsseldorf 2023, S. 78

Max Liebermann hält in unserem Pastell das Bildnis eines schlafenden Dackels fest. Beim Anblick des so friedlichen, dösenden Tieres vermag man die Freude und Zuneigung des Künstlers fast schon eigens zu spüren. Nicht selten portraitiert Liebermann dabei eines seiner Tiere – Männe, Michel oder Nicki, die mit ihm und seiner Familie ab 1910 am Wannsee leben.

In unserem Pastell erstreckt sich der auf der linken Seite liegende, schmale, rotbraune Körper des Dackels über die Diagonale des Blattes. In vollkommener Entspannung liegt der Hund da und streckt alle Viere von sich. Ob es sich hierbei, um eines seiner eigenen Tiere handelt, ist nicht klar. Der Einfluss und die Wirkung, welchen die Tiere auf sein »Menschsein« hat, wird in zahlreichen Fotografien dokumentiert. Anlässlich seines 80. Geburtstags gibt Liebermann ein Interview, in dem er den Stellenwert seiner Tiere zur Geltung bringt:

»Wat wollen Se denn eijentlich von mir« fragt Max Liebermann den Journalisten Géza von Cziffra (1900-1989), der den Künstler 1927 anlässlich seines 80. Geburtstags in seiner Villa am Wannsee besucht. Das Gespräch läuft schleppend an, denn Liebermann gibt nur ungern Interviews. Doch dann erscheint ein Dackel in der Tür und nähert sich von Cziffra freundlich, um einige Minuten später zufrieden im Schoß des Journalisten zu landen. Da sagt Liebermann: »Wenn mein Hund so freundlich zu Ihnen ist, muß ich es wohl auch sein und Ihnen was erzählen.«1

Unser Pastell ist in jeglicher Hinsicht ein Beispiel dafür, dass Liebermann es immer wieder aufs Neue gelingt, unabhängig von Kulisse oder Motiv, seine Empfindungen malerisch zu artikulieren und diese den Betrachter:innen nachempfinden zu lassen.

1 Géza von Chiffra, »Liebermann, sein Dackel und das Interview«, in: Berliner Volks-Zeitung, 75. Jg., Nr. 338, 20.07.1927, Morgen-Ausgabe, S.3.

Über Max Liebermann

Als einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Impressionismus sind Max Liebermanns Genreszenen, Gartenbilder und Landschaften in großen Museen vertreten.

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