Cutting Edge: Albers. Gaul. Knoebel

9. September 31. Dezember 2017

Galerie Ludorff Königsallee 22 Düsseldorf

Cutting Edge: Albers. Gaul. Knoebel

„Die Farbe ist nicht nur ein unverzichtbares Element der Malerei, sie ist ihr A und O…“

Winfred Gaul, 1960/65

Cutting Edge – Albers, Gaul, Knoebel

Mit der Schau „Cutting Edge“ startet die Galerie Ludorff in Düsseldorf eine Ausstellungsreihe, die sich im Format von Künstlerräumen den Unterschieden sowie Gemeinsamkeiten verschiedener künstlerischen Positionen widmet. Mit Josef Albers, Winfred Gaul und Imi Knoebel stellt die Galerie diesmal drei Maler vor, deren Werke sich im Wesentlichen mit der Freisetzung von Farbe befassen.

„Cutting Edge“ ist in diesem Zusammenhang zweifach zu verstehen. Zum einen beschreibt der Begriff ganz buchstäblich scharfe Kanten und klare Begrenzungen – was als allgemeine Beschreibung der hier zusammen präsentierten Bilder auf den ersten Blick durchaus zutreffend ist, und zum anderen beschreibt er – wie etwa in der Formel „cutting edge technology“ – ein Phänomen, das auf der Höhe der Zeit und innovativ ist.

Kay Heymer

Foto: Avraham Eliat

Allen drei Künstlern gemein, ist die schablonenhafte, flächige, geometrische Malform mit harten Kanten und scharf gegeneinander abgegrenzten Farbaufträgen. Die aktuelle Wirkung von Farbphänomenen auf den Betrachter steht hier im Vordergrund. Die künstlerischen Absichten und die Arbeitsweisen der drei Künstler unterschiedlichen Alters sind jedoch sehr different:

1888, Bottrop1976, New Haven/USA

Josef Albers hat mit seiner monumentalen Serie der Homage to the Square eine der konsequentesten und strengsten Bilderreihen der Kunstgeschichte geschaffen. Mit „Interaction of Color“ verfasste er sein kunsttheoretisches Hauptwerk, in dem er darlegte, inwiefern unsere Wahrnehmung von Farbe durch die jeweils unterschiedliche Zusammenstellung bestimmt wird – dass also eine absolute Farbwahrnehmung nicht existiert.

1940, Dessaulebt und arbeitet in Düsseldorf

Knoebel hingegen folgt in seinen Werken keiner Farbenlehre, sondern setzt seine Farben frei und in ganz eigenen Kombinationen ins Bild. Wie der Amerikaner Ellsworth Kelly, der zuerst in seinen mehrteiligen Gemälden jeder Farbe einen eigenen Bildträger gab und sie so unabhängig von Kompositionen machte, setzt auch Knoebel in seinen Aluminiumbildern jede Farbe auf einen eigenen Träger und kombiniert diese dann miteinander zu Kompositbildern von verführerischer Ausstrahlung.

1928, Düsseldorf2003, Düsseldorf

Die Wechselwirkungen der Farbe bei Werken von Winfred Gaul wie "Tag und Nacht II" (1966), "Hommage au peintre inconnu" (1971) oder "Piet Mondrian in Orange" (1972/87) induzieren anders als bei Albers keine Illusion von Raum, Durchdringungen oder Transparenz, sondern bleiben ganz im Sinne des amerikanischen Kritikers Clement Greenberg rein in der Fläche, wobei sie gelegentlich die Methode des shaped canvas nutzten.

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