Andy Warhol
Female Head
ca. 1957
Tusche auf Velin
34,3 × 26,7 cm
Rückseitig mit dem Nachlassstempel und mit dem Stempel der Andy Warhol Foundation for the Visual Arts sowie "VF" (Vincent Fremont), "XA-12.20" und "295.014" beschriftet
Auflage Unikat
Warhol fertigte die Zeichnung im "blotted line"-Verfahren.
Das Werk ist im Archiv der Andy Warhol Foundation for the Visual Art, New York unter der Nr. 295.014 gelistet
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The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, New York; Susan Sheehan Gallery, New York; Privatsammlung New York
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2026", Düsseldorf 2026
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2026", Düsseldorf 2026, S. 182
In den 1950er Jahren ist Warhol sehr erfolgreich als Illustrator für Mode-, Hochglanz- und Lifestyle-Magazine tätig. 1956 stellt er bereits als Grafiker im New Yorker Museum of Modern Art aus. Bevor er in den 1960er Jahren beginnt das Siebdruck-Verfahren für seine Kunstwerke zu nutzen, ist die typische Technik seiner Wahl das »blotted line drawing« – eine Methode, die Warhol maßgeblich entwickelt hat. Dabei wird eine Zeichnung – frei Hand oder nach einem gefundenen Bild – mit Tusche auf nicht saugendes Papier aufgetragen und die noch feuchte Farbe durch einen Abdruck auf ein anderes, saugfähiges Papier übertragen. Dort entsteht dann ein spiegelverkehrtes Abbild des ursprünglichen Bildes. Wegen der kurzen Trocknungszeit der Farbe wird das Motiv häufig nach und nach übertragen und der Druckprozess mehrfach wiederholt. So entsteht in Handarbeit eine gedruckte Zeichnung aus unterschiedlich dicken Tuschelinien (eng. blotted lines). Die resultierenden Bilder wirken dennoch spontan und ausdrucksstark. Diese Technik war die erste von vielen, die Warhol einsetzte, um die kreativen Möglichkeiten der Bildwiederholung zu erkunden, für die er später so berühmt werden sollte. Obwohl sämtliche Zeichnungen dieser Zeit Unikate sind, bringen sie Warhols große Experimentierfreude mit den Grundideen monotypischer Drucktechniken zum Ausdruck. Auf diese Weise deutet sich bereits in seinen frühen Werken an, in welche Richtung sich sein Werk im weiteren Zeitverlauf entwickeln wird. Rückblickend wird Warhol zu der transferierenden Arbeitsweise seiner »blotted-line-drawings« sagen: »I always wanted to see how my work would look if it was printed.«1
1 Andy Warhol, in: Heiner Bastian (Hg.), »Andy Warhol – Retrospektive«, Ausst.-Kat. Neue Nationalgalerie, Berlin 2001, S. 15.




