Emil Nolde
Drei Figuren im Café
1910
Aquarell auf Papier
18,3 × 13,9 cm
Signiert
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angefragt bei der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde Juli 2026
Galerie Grosshennig, Düsseldorf (1965-1978-); Galerie Wittrock, Düsseldorf (-1985, als Leihgabe); Privatsammlung (1985-)
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Herbst 2026", Düsseldorf 2026/2027
- Galerie Wittrock, "Emil Nolde", Düsseldorf 1985
- Galerie Großhennig, "Deutsche und französische Meisterwerke 20. Jahrhunderts", Düsseldorf 1978/1979
- Galerie Großhennig, "Deutsche und französische Meisterwerke 20. Jahrhunderts", Düsseldorf 1971/1972
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Herbst 2026", Düsseldorf 2026, S. 118
- Galerie Wittrock (Hg.), "Emil Nolde", Ausst.-Kat., Düsseldorf 1985, Nr. 20
- Galerie Großhennig, "Deutsche und französische Meisterwerke des 20. Jahrhunderts", Ausst.-Kat., Düsseldorf 1978, S. 14
- Galerie Großhennig, "Deutsche und französische Meisterwerke des 20. Jahrhunderts", Ausst.-Kat., Düsseldorf 1971, S. 58
Unser vorliegendes kleinformatiges Aquarelle von Emil Nolde verweist auf ein zentrales Thema innerhalb seines Schaffens: die menschliche Figur. Seit den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts beschäftigte er sich intensiv mit Porträts, Figuren- und Maskendarstellungen sowie Szenen des städtischen Lebens. Charakter, Mimik und innere Spannung interessierten ihn dabei weit mehr als eine naturalistische Wiedergabe. Mit flüchtig gesetzten Tuschelinien und transparenten Farbflächen genügen ihm wenige Mittel, um den Ausdruck der Dargestellten eindringlich zu erfassen. Nolde verzichtet auf eine detaillierte Ausarbeitung zugunsten einer konzentrierten Bildwirkung. Gerade in dieser Reduktion entfalten die Blätter ihre besondere Lebendigkeit.
Das Aquarell „Drei Figuren im Café“ führt zu einem wichtigen Themenkreis seines Ouvres. Café- und Varietészenen, Tanzlokale und Begegnungen des städtischen Lebens beschäftigten Nolde insbesondere in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. Ihn faszinierte das Zusammenspiel von Menschen, Gesten und Atmosphäre. Die Figuren erscheinen nur skizzenhaft erfasst und gewinnen gerade dadurch an Lebendigkeit. Die flüchtige Linienführung und die locker gesetzten Farbflächen verdichten den Moment zu einer ausdrucksstarken Momentaufnahme menschlicher Begegnung.