Erich Heckel

Dorfstraße
1907

Erich Heckel, Dorfstraße

Wachskreide auf Papier

36,5 × 45,7 cm

Signiert und "07" datiert sowie rückseitig "Dorfstrasse" von Siddi Heckel betitelt

Expertise

Renate Ebner, Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen

Provenienz

Atelier des Künstlers; Roman Norbert Ketterer, Campione d'Italia (um 1965 direkt vom Künstler erhalten); Privatsammlung Bremen; Privatsammlung London (seit den 1960er Jahren)

Ausstellungen
  • Galerie Ludorff, "Drawn World: Zeichnungen von Menzel bis Warhol", Düsseldorf 2019
  • Galerie Ludorff, "Nach der Natur", Düsseldorf 2017
  • Galerie Roman Norbert Ketterer/Galerie Wolfgang Ketterer/Kunstverein Hannover, "Erich Heckel. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen", Campione d'Italia/München/Hannover 1966
  • Tate Gallery, "Painters of the Brücke", London 1964
  • Folkwang Museum, "Brücke 1905-1913: eine Künstlergemeinschaft des Expressionismus", Essen 1958
  • Oldenburger Kunstverein, "Maler der "Brücke" in Dangast 1907 bis 1912: Karl Schmidt-Rottluf, Erich Heckel, Max Pechstein, Emma Ritter", Oldenburg 1957
  • Städtisches Kunstmuseum, "Erich Heckel", Duisburg 1957
Literatur
  • Galerie Ludorff, "Drawn World. Zeichnungen von Menzel bis Warhol", Düsseldorf 2019, S. 41
  • Galerie Ludorff, "Nach der Natur", Düsseldorf 2017, S. 46
  • Galerie Roman Norbert Ketterer/Galerie Wolfgang Ketterer/Kunstverein Hannover, "Erich Heckel. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen", Ausst.-Kat., Campione d'Italia/München/Hannover 1966, Nr. 52, S. 60
  • Tate Gallery, "Painters of the Brücke", Ausst.-Kat., London 1964, Nr. 21, S. 31
  • Folkwang Museum, "Brücke 1905–1913. Eine Künstlergemeinschaft des Expressionismus", Ausst.-Kat., Essen 1958, Nr. 18, S. 40
  • Städtisches Kunstmuseum Duisburg, "Erich Heckel", Ausst.-Kat., Duisburg 1957, Nr. 69
  • Gerhard Wietek/Oldenburger Kunstverein (Hg.), "Maler der "Brücke" in Dangast 1907 bis 1912. Karl Schmidt-Rottluf, Erich Heckel, Max Pechstein, Emma Ritter", Ausst.-Kat., Oldenburg 1957, Nr. 88, S. 91

Als Gegenpol zur Großstadtbewegung suchen Heckel wie auch seine Künstlerfreunde die Abgeschiedenheit in der freien Natur. Heckel zieht es 1907 erstmals in den kleinen Fischerort Dangast am Jadebusen. Unsere Zeichnung »Dorfstraße« stammt aus eben diesem Jahr. Sie ist geprägt von dem aus­­drucksstarken, unruhigen Malstil des erst 24-jährigen Heckel, der in schnellen Schraffuren das Motiv aufs Papier bringt. Unvermischt werden die kräftigen Farben mit Wachskreide aufgetragen und bilden einen kurzen aber intensiven Eindruck der Ortschaft ab. Besonders reizvoll ist der leuchtend gelbe Himmel, der die Morgen­­däm­merung anzukündigt, die der im Vordergrund befindliche Bauer bereits für sein Frühwerk genutzt zu haben scheint. Erst durch die schwarze Konturierung der Farbflächen gibt sich das konkrete Motiv zu erkennen. Es spiegelt die Stimmung Heckels in der bewusst gewählten Einsamkeit, die er im Dorf erlebt, wider. Die Kargheit der dörflichen Umgebung wird durch das Leuchten der Gelb- und Orangetöne, die der Zeichnung etwas Lebhaftes, Strahlendes verleihen, aufgehoben. Die Eindrücke seiner Reisen durch die Landschaft dienten ihm als Inspiration. Die Tatsache, dass Heckel die einsame Dorfstraße keineswegs als mager, sondern eher als intensiv erlebten, warmen Ort schildert, erlaubt die Einschätzung, dass der aus der sächsischen Kleinstadt Döbeln stammende Heckel sich in dem einfachen dörflichen Leben durchaus wohlgefühlt, vielleicht sogar wiedererkannt haben mag.

Über Erich Heckel

Erich Heckel zählt zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Expressionismus. Er ist Mitbegründer der Künstlergruppe „Brücke“, die zu den einflussreichsten künstlerischen Strömungen des 20. Jahrhunderts zählt.

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