Günther Uecker

Nagel
1967/2014

Günther Uecker, Nagel

Stahl

177 cm

Signiert und "44/50" nummeriert

Auflage 50; Herausgeber: Galerie h, Hannover

Provenienz

Sammlung August Haseke, Köln

Ausstellungen
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2019", Düsseldorf 2019
Literatur
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2019", Kat. 170, Düsseldorf 2019, S. 87

Was das Feuer für Otto Piene ist, ist der Nagel für Günther Uecker. Den herkömmlichen Gebrauchsgegenstand wusste der Mitbegründer der Künstlergruppe ZERO als ästhetisches und formales Gestaltungsmittel künstlerisch aufzuwerten und in seine Skulpturen, Malereien und Graphiken auf vielfältige Weise zu integrieren. Seit seinen Studienjahren an der Düsseldorfer Kunstakademie in den Jahren 1955 bis 1957 bei Otto Pankok prägen Nägel sprichwörtlich sein vielschichtiges OEuvre. Früh beginnt Ueckers Auseinandersetzung mit dem Nagel als Mittel zur Verformung und Verfremdung von Alltagsgegenständen, wie Kleidung oder Möbelstücken und schließlich auch der Leinwand, die er mit Nägeln nahezu gänzlich übersäht. Der aggressive Akt des Behauens und die eigentliche Zerstörung des jeweiligen Gegenstandes, stehen dabei häufig der harmonischen Anordnung der Nägel entgegen, die sich meist in fließende, amorphe Formen auf die Objekte gesetzt zu haben scheinen. Unser »Nagel« von 1989 überhöht den Gegenstand und verfremdet ihn durch die monumentale Größe von 178 cm zugleich. Man kann die Arbeit als Hommage an seinen Werkstoff verstehen, da er nichts anderes außer sich selbst repräsentiert. Die Vergrößerung und sein Gewicht bringen die Bedeutung für den Künstler beispielhaft zum Ausdruck. Angelehnt an die Wand oder alleine für sich im Raum stehend, entfaltet der Gegenstand plötzlich eine anthropophorme Qualität, welcher dem Betrachter gleichwertig gegenübersteht.

Über Günther Uecker

Zu Bekanntheit gelangte der Düsseldorfer Künstler Günther Uecker durch den Gebrauch von Nägeln, welche er künstlerisch aufgewertet in sein Werk integriert. Elemente wie Licht, Raum und Bewegung machen sein Schaffen aus und gewannen für ihn an Bedeutung, als er sich 1961 der Gruppe ZERO anschloss.

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