Josse Goossens, Auer Herbstdult

Öl auf Leinwand

80 × 98 cm

Signiert

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24.500,00 €

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Expertise

Wir danken Herrn Georg Roebling, Verfasser des Online-Verzeichnisses, für die freundliche Unterstützung bei der Werkrecherche

Provenienz

Rudolf Brockmann, Hamburg (-1925-); Privatsammlung Deutschland (-2026)

Ausstellungen
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Herbst 2026", Düsseldorf 2026/2027
Literatur
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Herbst 2026", Düsseldorf 2026, S. 36
  • Richard Braungart, "Josse Goossens", Krefeld 1925, Abb. 35

Unser Ölgemälde „Auer Herbstdult“ von 1923 zeigt eine lebendige Jahrmarktszene mit einem historischen Karussell als zentralem Motiv. Um das Karussell versammelt sich eine Menschenmenge aus Erwachsenen und Kindern, die dem bunten Treiben zusieht oder daran teilnimmt. Eingerahmt in Häuser mit steilen Dächern sowie einem markanten Kirchturm, wird

die Szene mit einem städtischen Charakter unterstrichen. Der helle Himmel mit lockeren Wolken bildet einen ruhigen Kontrast zur geschäftigen Atmosphäre im Vordergrund.

Goossens arbeitet mit einem lockeren, pastosen Farbauftrag und deutlich sichtbaren Pinselstrichen. Die Formen sind abstrahiert und nur skizzenhaft ausgearbeitet, wodurch weniger die exakte Wiedergabe als vielmehr der Eindruck von Bewegung, Licht und Stimmung

im Vordergrund steht. Die harmonisch abgestimmte, leicht gedämpfte Farbpalette mit kräftigen Akzenten verleiht dem Gemälde einen expressiven Charakter und erinnert an den Spätimpressionismus beziehungsweise den Expressionismus der 1920er Jahre. Die Komposition vermittelt Lebendigkeit und fängt die heitere, alltägliche Atmosphäre eines Jahrmarkts eindrucksvoll ein.

Josse Goossens erhielt bereits als Kind ersten Malunterricht bei dem Aachener Künstler Peter Bücken. In den 1890er Jahren setzte er seine Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf fort. Seine frühen Werke waren zunächst der Historienmalerei verpflichtet. Um 1905 vollzog sich jedoch ein stilistischer Wandel hin zu einer impressionistisch geprägten Malweise, wobei er sich an den Malern Max Liebermann und Max Slevogt orientierte. Mit der Übersiedlung 1910 nach München, wo er bis zu seinem Lebensende lebte und arbeitete, wurde er nun insbesondere von den Künstlern der Münchner „Scholle“ sowie der Jugendstilbewegung beeinflusst. Seit 1914 war er Mitglied der Münchener Secession und wurde 1925 zum Professor an der Kunstakademie München berufen. Darüber hinaus war er außerordentliches Mitglied der Königlichen Kunstakademie Düsseldorf. Sein Werk umfasst vor allem Szenen des bürgerlichen Alltags, darunter Volksfeste und Jahrmärkte, ebenso wie Porträts und Figurengruppen, die durch ihre lebendige, stimmungsvolle Darstellung geprägt sind.

Über Josse Goossens

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