Oskar Schlemmer
Drei Figuren von rückwärts
1929/1930
Bleistift auf Papier
29,5 × 20,9 cm
Studie zum Gemälde "Bauhaustreppe", 1932 (heute im MoMA, New York)
Werkverzeichnis von Maur 1979 Bd. 1 Abb. 172 / Werkverzeichnis Grohmann 1965 Nr. ZB 266
Tut Schlemmer, Etikett auf Rückpappe
Privatsammlung Stuttgart (-1977- mindestens 1979); Galerie Schlichtenmaier, Stuttgart (2013); Privatsammlung Süddeutschland (2013-2025)
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2026", Düsseldorf 2026
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2026", Düsseldorf 2026, S. 160
- Karin von Maur, "Oskar Schlemmer. Monographie", Band I, München 1979, S. 223
- Kunstverein + Kunsthaus Hamburg (Hg.), "Oskar Schlemmer. Malerei, Plastiken, Bühne", Hamburg 1977, Nr. 349
- Will Grohmann, "Oskar Schlemmer. Zeichnungen und Graphik". Oeuvrekatalog, Stuttgart 1965, ZB 266
Oskar Schlemmer lehrte von 1920 bis 1929 am Bauhaus in Weimar und Dessau. Als 1932 die nationalsozialistische Mehrheitspartei im Dessauer Stadtrat die Schließung des Bauhauses erwog, begann er mit dem Gemälde »Bauhaustreppe«, das sich heute im Museum of Modern Art, New York befindet. Gelassen schreiten die Gestalten dort die Treppe des Dessauer Bauhaus hinauf. Sie wirken zeitlos, entindividualisiert, im Einklang miteinander und mit der umliegenden Architektur. Die Idee des Bauhaus – die Einheit von Mensch und Architektur – wird darin programmatisch formuliert. Für die Realisierung des ikonischen Gemäldes griff Schlemmer auf frühere Studien zurück, darunter unsere Bleistiftzeichnung und ein Aquarellentwurf von 1931–1932, der sich heute im Städel Museum, Frankfurt, befindet. Unsere Bleistiftzeichnung reduziert sich auf drei zentrale Figuren, zeigt deren Anordnung und gibt die Schattierung der Farbgebung durch schraffierte Flächen vor. Schlemmers Körper bestehen aus Kegeln, Kugeln und Zylindern – vereinfacht zu nahezu modularen geometrischen Einheiten statt individueller Menschen. Die drei Figuren sind von hinten dargestellt. Die stromlinienförmigen Körper auf der Treppe scheinen sich von uns zu entfernen – als markierten sie den Wendepunkt zwischen vergangenen Hoffnungen und einer dunklen Zukunft.1
1 MoMA Highlights: 375 Works from The Museum of Modern Art, New York (New York: The Museum of Modern Art, 2019)




