Renée Sintenis
Ausschlagendes Fohlen
1923
Bronze
12,5 cm
Signiert mit dem Monogramm und "H.NOACK BERLIN" gestempelt unter dem Bauch
Werkverzeichnis Buhlmann 1987 Nr. 132
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Privatsammlung Nordrhein-Westfalen
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Herbst 2026", Düsseldorf 2026/2027
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Herbst 2026", Düsseldorf 2026, S. 152
- Ursel Berger/Günter Ladwig (Hg.), "Renée Sintenis – Das plastische Werk", Berlin 2013, Nr. 058
- Britta E. Buhlmann, "Renée Sintenis – Werkmonographie der Skulpturen", Darmstadt 1987, Nr. 132
In ihren Tierplastiken gelang es Renée Sintenis, Bewegung in einer ungewöhnlichen Leichtigkeit festzuhalten. Besonders ihre Fohlendarstellungen verbinden jugendliche Lebendigkeit mit einer prägnanten Reduktion der Form. Mit sicherem Blick für Bewegung und Haltung schuf sie Tierplastiken, die trotz ihrer geringen Größe eine außergewöhnliche Dynamik entfalten. Nicht die anatomische Genauigkeit, sondern der charakteristische Ausdruck und der flüchtige Moment stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeiten.
Die Fohlen veranschaulichen diese künstlerische Haltung eindrucksvoll. Ob ausschlagend oder im Galopp, jede Plastik hält einen Augenblick voller Spannung, Leichtigkeit und jugendlicher Energie fest. Mit sicherem Gespür für Rhythmus und Proportion reduziert Sintenis die Form auf das Wesentliche und verdichtet die Bewegung zu einer klaren, prägnanten Silhouette. Die fein modellierten Oberflächen lassen das Licht über die Bronze gleiten und verstärken den Eindruck von Lebendigkeit und Unmittelbarkeit.
Ihre Auffassung von der Tierplastik beschrieb Renée Sintenis selbst mit den Worten: „Jedes Tier soll man in der ihm eigenen Schönheit entwickeln, dann gibt man ihm Erfüllung des Daseins.“1 In den Fohlendarstellungen wird dieser Anspruch besonders deutlich, denn sie erfassen weniger die äußere Erscheinung als vielmehr das Wesen und Temperament der Tiere.
1 zitiert nach: Britta E. Buhlmann, „Renée Sintenis. Werkmonographie der Skulpturen‟, Darmstadt: Roether, 1987, S. 53.