Bridget Riley
Tawny Pink with blue and apple green contrasts
1985
Gouache auf Papier
77 × 56 cm
Signiert, "85" datiert und betitelt
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Atelier der Künstlerin; Juda Rowen Gallery, London (-1986); Privatsammlung Deutschland (1986-2025)
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2026", Düsseldorf 2026
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2026", Düsseldorf 2026, S. 154
Als wichtige Vertreterin der Optical Art, untersucht Bridget Riley in ihren Werken nicht das Abbild der Wirklichkeit, sondern den Prozess des Sehens selbst, wie sie selber sagt:
»Die Freuden des Sehens haben ein Merkmal gemeinsam – sie treffen einen überraschend. Sie sind plötzlich, rasch und unerwartet.«1
Seit den 1960er-Jahren erforscht Riley systematisch, wie Linien, Formen und vor allem Farben auf die menschliche Wahrnehmung wirken. Dabei verbindet sie künstlerische Intuition mit fast wissenschaftlicher Genauigkeit. Die Gouache »Tawny Pink with blue and apple green contrasts« ist ein Beispiel für Rileys intensive Auseinandersetzung mit Farbe. In streng geordneten, vertikalen Streifen begegnen sich Grüntöne, Pink sowie weitere Farbnuancen. Die Farben sind klar gesetzt, doch ihre Wirkung verändert sich je nach Nachbarschaft. Sie scheinen zu vibrieren, sich zu verschieben oder in Bewegung zu geraten. Das Bild wirkt dadurch lebendig, obwohl es aus wiederholten, statischen Formen besteht. Riley zeigt mit diesem Werk, dass Farbe nichts Festes ist, sondern immer in Beziehung wahrgenommen wird. Das Bild fordert den Blick aktiv heraus und macht den Sehprozess selbst zum Thema. So wird »Tawny Pink with blue and apple green contrasts« nicht nur zu einer ästhetischen Komposition, sondern zu einer konzentrierten Untersuchung darüber, wie wir sehen und wie Farbe unser Empfinden beeinflusst.
1 Bridget Riley zitiert nach: https://www.mgksiegen.de/de/ausstellungen/325/bridgetriley; Verleihung des Rubenspreis der Stadt Siegen für ihr Lebenswerk 2012




