Ewald Mataré

Stehende Kuh – Zinkkuh
ca. 1938

Ewald Mataré, Stehende Kuh – Zinkkuh
© VG Bild-Kunst, Bonn

Bronze

8,5 × 12,5 × 6 cm

Signiert mit dem Monogramm unter dem Bauch

Auflage 5, Guss 1975

Werkverzeichnis Schilling 1994 no. 150b

Provenienz

Privatsammlung Rheinland

Ausstellungen
Literatur
  • Sabine Maja Schilling, "Ewald Mataré – Das plastische Werk: Werkverzeichnis", Köln 1994, Nr. 150b, S. 188 + Nr. 40, S. 100 (Zinkguss)
  • Kölnischer Kunstverein, "Vor 30 Jahren – Deutsche Malerei und Plastik der Gegenwart", Köln 1978, S. 11
  • Toni Feldenkirchen, "Zeichen von der Erde und den Himmeln", Weltkunst, Heft 5, 1977, S. 405 mit Abb.
  • Kunsthaus Lempertz, "Ewald Mataré. Plastik, Graphik", Köln 1977, Nr. II
  • Galerie Alex Vömel (Hg.), "Ewald Mataré. Skulpturen, Holzschnitte, Aquarelle", Ausst.-Kat., Düsseldorf 1975, Nr. 10

Im Jahre 1920 manifestiert sich ein Wendepunkt im Œuvre des Künstlers Ewald Mataré. Im Alter von mehr als dreißig Jahren wendet er sich der Grafik und der Bildhauerei zu. Parallel beginnt Mataré sich mit dem Menschenbild und der Tierplastik auseinanderzusetzen, richtet aber ab den 30er Jahren sein Hauptaugenmerk auf Letzteres. Er konzentriert sich auf einige Tierarten, wie Pferde, Katzen, Schafe und Kühe, die im Laufe seines künstlerischen Schaffens zu seinem Markenzeichnen werden. Besonders die Kuh inspiriert Mataré Zeit seines Lebens. Bei seinen Reisen geht Mataré voller Enthusiasmus in der Umgebung auf Erkundungstour und widmet sich seinem Lieblingsmotiv der Kuh. „Gleich am zweiten Tag begann ich, nochmals draußen die Kühe zu zeichnen. [...] An das ganze Problem Kuh gehe ich nun heran, [...] wo ich auf der Fläche die Tiere in aller Ruhe und befreit von allem beobachten konnte.“ 1) Ein Zeugnis dieser Beobachtungen ist unsere kleine Bronze „Zinkkuh“ aus der Zeit um 1938. Das erste Modell dieser Kuh fasst Mataré in Terrakotta und bemalt es mit Engobe. Das zweite Modell und Namensgeberin unserer Plastik ist in Zink gegossen und an Stelle der Bemalung tritt eine geritzte Ornamentierung zur Belebung der Fläche, die sich ebenfalls in unserem dritten Modell2) aus Bronze wieder findet. Auf seinen vier Hufen stehend schaut das Rind neugierig den Betrachter an. Die Form der Plastik zieht sich über das nach vorne geneigte Haupt mit seinen halbmondförmigen Hörnern über den Rumpf bis hin zum zwischen die Hinterbeine geklemmten Schweif. Unsere reizende Tierbronze besticht durch ihren eigenständigen Charakter. Der Künstler löst sich dabei nie vom Naturvorbild, zielt aber auf eine größtmögliche Abstraktion. Die Kuh positioniert sich in Matarés plastischem Schaffen als das Symboltier, welches er immer wieder in liebevoller Idealisierung bis hin zur Abstraktion festhält. In einzigartiger Weise verbindet er Material und Form und kommt so zu völlig neuen Tierfiguren. Der rheinische Künstler Ewald Mataré zählt zu den wichtigsten Plastikern seiner Zeit.

1 Ewald Mataré, „Tagebücher“, Köln 1973, 30. Mai 1930, S. 108. 2 Sabine Maja Schilling „Ewald Mataré – das plastische Werk – Werkverzeichnis“, Köln 1994, S. 188: „Der damals einzige Guß in Zink war dem Künstler abhanden gekommen, fand sich 1968 jedoch in Berlin wieder, und wurde 1975 zum Bronzeguß verwendet.“

Über Ewald Mataré

Ewald Mataré skulpturales Werk ist gekennzeichnet von der Suche nach der Form des Wesentlichen. In der Reduktion und Abstraktion der gegebenen Form, findet er den Ausdruck des Elementaren und des Zeichenhaften, welches sich unter der Oberfläche verbirgt.

Weitere Werke