Hermann Max Pechstein
Dorf
1919
Aquarell und Tusche auf Velin
35,7 × 46,9 cm
Signiert und datiert
Aufgenommen in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis der Arbeiten auf Papier von Julia und Alexander Pechstein
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Alexander Pechstein, Dobersdorf 2013
Privatsammlung Baden-Württemberg; Galerie Rosenbach, Hannover; Privatsammlung Süddeutschland; Galerie Ludorff, Düsseldorf (2013); Privatsammlung Baden-Württemberg (2013-)
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Herbst 2026", Düsseldorf 2026/2027
- Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Herbst 2026", Düsseldorf 2026, S. 126
Max Pechsteins „Dorf“ von 1919 zeigt eine ländliche Dorfsiedlung in einer stark vereinfachten, expressiven Bildsprache. Häuser, Landschaft und Vegetation werden nicht naturgetreu wiedergegeben, sondern auf markante Formen, Flächen und Linien reduziert. Die Verbindung von Aquarell und Tuschzeichnung erzeugt dabei eine lebendige Spannung zwischen flächiger Farbwirkung und prägnanter Kontur.
Aus kunsthistorischer Sicht ist besonders die subjektive Gestaltung der Wirklichkeit charakteristisch. Pechstein geht es weniger um eine genaue topografische Darstellung als um die unmittelbare Wirkung des Motivs. Formen werden vereinfacht und teilweise kantig gestaltet, wodurch das Dorf einen rhythmischen und zugleich konzentrierten Eindruck vermittelt.
Das Jahr 1919 markiert eine wichtige Phase in Pechsteins Entwicklung. Als ehemaliges Mitglied der Künstlergruppe „Brücke“ gehörte er zu den bedeutenden Vertretern des deutschen Expressionismus. Nach dem Ersten Weltkrieg beschäftigte er sich weiterhin intensiv mit Landschafts- und Alltagsszenen. Zeitgleich entstand seine Holzschnittfolge „Ein Dorf“, die ebenfalls das ländliche Leben thematisiert.