Christian Rohlfs, Weiße Rosen

Wassertempera auf Papier

53,3 × 35 cm

Signiert mit dem Monogramm und "23" datiert

Wir danken dem Christian Rohlfs Archiv, Hagen, für die freundliche Unterstützung bei der Werkrecherche

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Provenienz

Nachlass des Künstlers; Privatsammlung Deutschland; Galerie Neher, Essen (bis 2003); Privatsammlung Nordrhein-Westfalen (seit 2003)

Ausstellungen
  • Galerie Ludorff, Neuerwerbungen Frühjahr 2022, Düsseldorf 2022
Literatur
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2022", Düsseldorf 2022, S. 135

Blumen, seien es einzelne Blüten, Pflanzen, oder als Strauß zusammengefügt, nehmen im Œuvre Christian Rohlfs̛ einen wichtigen Platz ein. Ihre subtile Farbigkeit und empfindliche Schönheit bannt der Künstler von Anbeginn seines Schaffens auf Leinwand und Papier. Vor allem in den späten Jahren sind sie ein Hauptmotiv, bei dem er durch seine besondere Mischung aus Wasser- und Pastellfarben ein Höchstmaß an farbiger Ausdruckskraft erreicht.

In unserem Werk sehen wir zwei zarte, weiße, leicht Rosa schimmernde Rosen in einer Vase. Auf einem grünlichen Unter- und vor einem dunkel­blauen Hintergrund stehend, lässt sich das Arrangement räumlich verorten. Das Blau und das grün spiegeln sich in der Vase und auch die grünen Blätter der Rosen finden sich in einzelnen Farbfeldern im gesamten Arrangement wider. Die weißen Blüten strahlen hell aus der spannungsgeladenen Szene hervor.

Durch ihre einfache, abstrahierte Darstellungsweise werden die Rosen einem Auflösungsprozess unterworfen, den wir auch im Bezug von Dinglichem und Räumlichem beobachten können. Trotz der Aufhebung des Körperlichen wirkt die Blume nicht substanzlos. Sie behält ihre Präsenz und sinnliche Kraft. Darüber hinaus gewinnt das Motiv sogar aus der ungenauen Darstellung eine gesteigerte Deutlichkeit, da mit der beginnenden Auflösung ein Vorgang der Konzentration, der Verdichtung, einhergeht. Was in unserer Arbeit letztendlich geschildert wird, ist die Erinnerung an eine Rose - ihre Energie, ihr Duft, ihre Vergänglichkeit.

Meist arbeitet Rohlfs im Freien, was aber nicht bedeutet, dass er nur in direkter Betrachtung des Motivs malt, sondern aus der Erinnerung. Das so Vergegenwärtigte wandelt sich in der malerischen Übersetzung zu einer neuen, bildnerisch geklärten Gestalt, die zwar noch auf die äußere Realität des Vorbildes Bezug nimmt, aber zugleich durch die individuelle Sichtweise des Künstlers auf das verweist, was gleichsam hinter den Dingen auf- und durchscheint. Wenn auch aus der Distanz, so können wir bei der Betrachtung des Werkes Rohlfs Naturerfahrung nachempfinden.

Über Christian Rohlfs

Christian Rohlfs begann seine künstlerische Laufbahn als Historien- und Landschaftsmaler. Heute gilt er als einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Expressionismus.

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