Lotte Laserstein, Petra
© VG Bild-Kunst, Bonn

Öl auf Papier

43 × 66 cm

Signiert

Petra (1948-2016) ist die Tochter von Margarete (Madeleine) Jaraczewsky

Das Werk ist im Archiv von Dr. Anna-Carola Krausse registriert und wird zukünftig in die das Werkverzeichnis der Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken 1910–1937 ergänzende Liste der repräsentativen Arbeiten aus den schwedischen Jahren aufgenommen.

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Expertise

Wir danken Frau Dr. Anna-Carola Krausse, Berlin, für die Bestätigung der Echtheit des Werkes

Provenienz

Atelier der Künstlerin; Privatsammlung Schweden (erworben direkt bei der Künstlerin)

Ausstellungen
  • Schloss Kalmar, "Hedersutställning Lotte Laserstein (Lotte Laserstein-Ehrenausstellung)", 25. Mai - 1. Sep., Kalmar 1991
Literatur
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Herbst 2023", Düsseldorf 2023, S. 90

Die 1898 in Preußisch-Holland (heute Pasłęk, Polen) geborene und in Berlin an der Akademie der Künste unter Erich Wolfsfeld ausgebildete Lotte Laserstein widmete ihr Leben der Kunst. Schon als Kind träumte sie davon, Künstlerin zu werden. Später gehörte sie zu den ersten Frauen, die sich für das freie Kunststudium einschrieben. Erfolgreich als freischaffende Künstlerin zu arbeiten war in der Zeit der Weimarer Republik noch absolut unüblich. Dennoch feierte Laserstein mit einer Einzelausstellung in der Galerie Gurlitt 1931 und ihrer Teilnahme an der Großen Berliner Kunstausstellung im Schloss Bellevue erste bedeutende Erfolge in ihrer Karriere. Jäh ins Stocken geriet diese jedoch nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, die Laserstein aufgrund ihrer jüdischen Abstammung das Leben und Arbeiten immer schwerer machten. So ergriff die Künstlerin 1937 die Gelegenheit und emigrierte nach Schweden. Als die Stockholmer Galerie Moderne ihr eine Ausstellung widmete, nutzte Laserstein die Möglichkeit, ihr bis dahin entstandenes Werk mit ins Exil zu nehmen.

In Schweden angekommen, bestritt Laserstein ihren Lebensunterhalt unter anderem durch das Anfertigen von Porträts und anderen Auftragsarbeiten für die Oberschicht. Das Porträt blieb weiterhin ihr bevorzugtes Genre, sodass neben den Auftragsarbeiten auch viele Bildnisse von Freunden und Bekannten entstanden.

Porträts entstehen nicht nur in Form von Ölgemälden, sondern vorrangig als Zeichnungen. Diese dienen von Anfang an als eigenständiges Medium und nicht nur als Studien. Häufig malte Laserstein Ölfarben mit zarten Strichen direkt auf Papier und entwickelt so ihren ganz eigenen Stil: Der lebendige Pinselduktus lässt diese Bilder bewegt erscheinen. Trotz vermeintlich schneller Linienführung sitzt jeder Strich am rechten Fleck. Laserstein arbeitete mit einer hellen Farbpalette und einem hauchdünnen Farbauftrag. Teile des Papiers blieben oft frei und ergänzten das Farbenspiel. Diese Technik lässt sich auch in unserer Zeichnung »Petra« nachvollziehen. Das Werk entstand Ende der 1940er Jahre und zeigt die im Jahr 1948 geborene Tochter von Madeleine Jaraczewsky, die Laserstein viele Jahre lang Modell stand. Leicht zur Seite gedreht liegt das gelockte Kind auf dem Rücken – die Augen hält es geschlossen. Petra, das kleine Mädchen, scheint friedlich zu schlafen.

Zwischen 1969 und ihrem Todesjahr 1993 war die Künstlerin fast in jedem Jahr mit mindestens einer öffentlichen Präsentation ihrer Werke in ihrer Wahlheimat Kalmar und anderen schwedischen Städten vertreten. In Deutschland hingegen war ihr Schaffen über viele Jahrzehnte in Vergessenheit geraten. Erst in den letzten Jahren begann ihre Wiederentdeckung mit bedeutenden Ausstellungen im Frankfurter Städel Museum (2018) oder in der Berlinischen Galerie (2019).

Über Lotte Laserstein

Lotte Laserstein war eine deutsch-schwedische Malerin (1898-1993).

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Publikationen zum Werk