Imi Knoebel

Sittin' in the Evening Sun III
1994

Imi Knoebel, Sittin' in the Evening Sun III
© VG Bild-Kunst, Bonn

Acryl auf Aluminium und auf Holz

120 × 120 × 14 cm

Rückseitig signiert und "94" datiert

Auflage Unikat

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Expertise

Wir danken dem Atelier Imi Knoebel für ergänzende Informationen

Provenienz

Privatsammlung Nordrhein-Westfalen

Ausstellungen
  • Galerie Ludorff, Neuerwerbungen Frühjahr 2023, Düsseldorf 2023
Literatur
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Frühjahr 2023", Düsseldorf 2023, S. 64
  • Galerie Ludorff, "Kunst im Rheinland", Düsseldorf 2023, S. 73

Im Rahmen seiner aktuellen Retrospektive in der bedeutenden Sammlung Goetz in München wird Imi Knoebel völlig zurecht als »herausragender Vertreter einer radikal gegenstandslosen Malerei«1 bewertet. Sein mehr als fünf Jahrzehnte umfassendes Werk besticht durch seine Vielseitigkeit und ständige Neuerfindungen. Arbeitet er am Anfang seiner Karriere mit als Projektion entmaterialisierten Bildern und in den Nichtfarben Schwarz und Weiß, hält in den 1970er Jahren – nach dem frühen Tod seines Künstlerfreundes Blinky Palermo und zu dessen Ehren – die Farbe Einzug in sein Werk. In den 1980ern tauchen erste geschichtete Werke auf, deren Ränder eine Art Aura bilden und nur durch ihre partielle Bemalung auf die verdeckten Innen­flächen schließen lassen: ein konzeptioneller Grenzgang zwischen Bild, Skulptur und Installation, der sich immer wieder in seinem Schaffen finden lässt.

Im 1994 entstandenen Werk »Ohne Titel« kulminieren alle wichtigen Entwicklungen Knoebels. Das Quadrat verweist auf seine wichtigste Inspirationsquelle: das ikonische Schwarze Quadrat von Kasimir Malewitsch, das 1915 den Nullpunkt der Malerei proklamierte. Die Verwendung von industriell hergestellten Aluminimumschienen erschließt sich aus dem Konzept der Minimal Art, dem Knoebel schon als Schüler bei Beuys folgte. Das Zusammenspiel der Farben repräsentiert die immerwährende Suche des Künstlers nach dem perfekten Farbton. »Ohne Titel« wirkt als Bild an der Wand, als Objekt im Raum und als auratischer Gegenstand, der uns nicht direkt alles zeigt, was ihn ausmacht, da Teile der bemalten Flächen verdeckt sind und erst durch die Bewegung der Betrachtenden vor dem Werk sichtbar werden. Das Werk erlaubt Fragen nach dem Wesen der Malerei, der Farbe und der Beziehung des Bildes zum Raum und seinen Betrachter:innen. Knoebel selbst tritt als Autor zurück, seine Handschrift taucht nur im Detail der Pinselspuren auf dem Metall auf. Die maschinell gefertigten Einzelteile, aus denen das Bild gebaut wurde, rücken die Idee und das Objekt an sich in den Fokus.

1 Die Ausstellung läuft noch bis 29. April 2023 (https://www.sammlung-goetz.de/ausstellungen/imi-knoebel/ aufgerufen am 4. Jan. 2023).

Im 1994 entstandenen Werk »Ohne Titel« kulminieren alle wichtigen Entwicklungen Knoebels. Das Quadrat verweist auf seine wichtigste Inspirationsquelle: das ikonische Schwarze Quadrat von Kasimir Malewitsch, das 1915 den Nullpunkt der Malerei proklamierte. Die Verwendung von industriell hergestellten Aluminimumschienen erschließt sich aus dem Konzept der Minimal Art, dem Knoebel schon als Schüler bei Beuys folgte. Das Zusammenspiel der Farben repräsentiert die immerwährende Suche des Künstlers nach dem perfekten Farbton. »Ohne Titel« wirkt als Bild an der Wand, als Objekt im Raum und als auratischer Gegenstand, der uns nicht direkt alles zeigt, was ihn ausmacht, da Teile der bemalten Flächen verdeckt sind und erst durch die Bewegung der Betrachtenden vor dem Werk sichtbar werden. Das Werk erlaubt Fragen nach dem Wesen der Malerei, der Farbe und der Beziehung des Bildes zum Raum und seinen Betrachter:innen. Knoebel selbst tritt als Autor zurück, seine Handschrift taucht nur im Detail der Pinselspuren auf dem Metall auf. Die maschinell gefertigten Einzelteile, aus denen das Bild gebaut wurde, rücken die Idee und das Objekt an sich in den Fokus.

1 Die Ausstellung läuft noch bis 29. April 2023 (https://www.sammlung-goetz.de/ausstellungen/imi-knoebel/ aufgerufen am 4. Jan. 2023).

Über Imi Knoebel

Imi Knoebel szeichnet sich durch seine abstrakt-minimalistische Formensprache aus. Beeinflusst durch das Schaffen unter anderem von Piet Mondrian bedient er sich in seinen Werken akribisch aufeinander abgestimmten Farbtönen, welche meist losgelöst von gängigen Farbprinzipien für sich selbst stehen.

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