Cornelius Völker, Bücher
© VG Bild-Kunst, Bonn

Öl auf Papier

100 × 69,5 cm

Signiert und datiert

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Provenienz

Galerie Wimmer, München; Privatsammlung Süddeutschland

Literatur
  • Galerie Ludorff, "Neuerwerbungen Herbst 2023", Düsseldorf 2023, S. 148

»Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.«

(Heinrich Heine)

Bücher sind Wissensspeicher, zwischen zwei Buchdeckeln können aber auch ganze Fantasiewelten gefangen sein, die darauf warten, entdeckt und erlebt zu werden. Bücher berühren emotional, sie regen den Geist an und sind auch ein sinnliches Erlebnis. Auch im Atelier von Cornelius Völker reiht sich an einer langen Wand ein Buch an das andere. Er kennt die Kunstgeschichte, seine Vorgänger:innen, die Welten auf die Leinwand gebannt haben, die die Rolle der Malerei reflektiert und sie dann neu gedacht haben. Édouard Manet, der ein Spargelbündel (1) als bildwürdig ansah, ist eine wichtige Inspirationsquelle für ihn. (2) So ist es nicht verwunderlich, dass auch Völkers Motivwahl für seine Kunstwerke, die in Serien entstehen, ungewöhnlich ist: Schokolade, Meerschweinchen, sich entkleidende Körper, staubsaugende Frauen, Männer beim Toilettengang, Abflüsse, Zigarettenkippen, Himbeeren, Pillenpackungen. Mit Humor und Ironie scheint er seinen Gegenständen, aber auch der Kunstgeschichte, in einem Balanceakt zwischen Figuration und Abstraktion gegenüberzustehen.

In einem hohen Stapel türmen sich verschiedengroße und -dicke Bücher vor unbemaltem Hintergrund übereinander. Die Titel bleiben unbekannt, der Fokus liegt auf Form und Farbe der Objekte. Wie bei seinen Gemälden ist der Pinselduktus und damit einhergehend der Malakt klar zu erkennen. Einerseits dem Gegenständlichen verpflichtet, löst sich das Motiv andererseits bei näherem Betrachten in abstrakte Formen und Farbbahnen auf. 2015 werden das erste Mal Völkers Arbeiten auf Papier in der Kunsthalle Emden und der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen ausgestellt und mit einer wissenschaftlichen Publikation geehrt. Diese Präsentation zeigt deutlich, welchen wichtigen Stellenwert diese bis dahin vom Künstler nicht gezeigten Arbeiten einnehmen: Parallel zu den Serien seiner Gemälde entstehen Aquarelle und Ölzeichnungen, die als eigenständige, bedeutende Bestandteile seines Gesamtoeuvres, den Gemälden in nichts nachstehen.

1 Vgl. Édouard Manet, »Spargelbündel«, 1880, 46 × 55 cm, Öl auf Leinwand, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln.

2 Vgl. Frank Schmidt, »Frühstück im Atelier«, in: Katharina Henkel/Henri & Eske Nannen Stiftung (Hg.), »Cornelius Völker, Arbeiten auf Papier«, Ausst.-Kat. Kunsthalle Emden/Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen, 2015/16, München 2015, S. 19ff.

Über Cornelius Völker

Der in Düsseldorf lebende Cornelius Völker wurde für seinen farbschweren, figurativen Darstellungen alltäglicher Situationen bekannt, in dessen Themenspektrum nicht mehr zwischen banal oder bildwürdig unterschieden werden kann.

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Publikationen zum Werk